25.01.12 - Hallo, ihr Süßen. Ist das doch schon so lange her seit ich mich das letzte mal genötigt fühlte meine beknackte Webseite mit bescheuertem Namen und konsequent überflüssigem Inhalt mit eben solchem anzureichern. Ein ganzes verficktes Jahr.
Und was für ein Jahr das war. Das Jahr. Ein Jahr, das ich am liebsten zurückgeben und umtauschen würde. Weil sich einfach nichts getan hat. Sicher, Therapie und alles, aber ja auch schon seit 2010 und immerhin mit zahlreichen bemerkenswerten Durchbrüchen die mir immer deutlicher vor Augen führen was ich doch für ein abgefucktes Psychowrack bin. Aber Einsicht ist ja der erste Schritt zur Besserung. Oder Einlauf? Bekomm das gerade durcheinander.
Einlauf - der erste Schritt zur Besserung. Der Psychotherapeuten-Wahlspruch 2012. Aufgrund statistisch nachgewiesener Steigung der Selbstmordrate bei verordneten Antidepressiva heisst die neue naturheilkundliche Alternative - Einlauf. "I'm so full of shit, enemas are my last hope."
Wie auch immer, Therapie. Im Warteraum meiner Praxis liegen immer ganz tolle Magazine, Geo und sowas. Und neuerdings auch das "TOP Magazin Bremen". Da hab ich seit den letzten Terminen immer ganz begeistert drin rumgeblättert, komme manchmal sogar absichtlich zu früh um diese aufregende Lektüre auszudehnen.
Da wird nämlich einem chronischen Versager wie mir, der sich irgendwo im supertrendigen Neusprech-Begriff des "Präkariats" ansiedeln lässt, natürlich Appetit gemacht. Auf Erfolg. Auf Karriere. Auf dolle Sportwagen. Und super Messen auf denen wichtige Leute in wichtigen Anzügen rumlaufen um auf wichtigen Fotos besonders wichtig auszusehen. Wen kümmert's da schon dass der verantwortliche superhighsocietyelitäre TOP-Verlag nicht mal in der Lage ist die verfickte Rechtschreibüberprüfung einzuschalten (so schnell kann aus dem Hilton-Manager der Hiltron-Manager werden), bei all den bunten Bildern und knorken Outfits erfolgreicher Managerinnen ("Da wir als Creative Department im kreativen Bereich arbeiten, ist Jeans tragen bei uns erlaubt").
Als besonders empfehlenswert möchte ich hier die erste Ausgabe des Magazins verlinken, in der als erster Artikel von der superelitären "ersten TOP Lounge" berichtet wird, in der das Magazin die Creme de la Creme der bremer High Society eingeladen hat, um sich gegenseitig bei jeder Gelegenheit mit Werbung vollzuballern.
"Die Lounge im Kundencenter war mit Blumenarrangements (Blumen Lüst) geschmückt... mit Licht- und Farbakzenten in Szene gesetzt (active blue Licht & Sound) ... Catering-Köstlichkeiten wurden vom Restaurant des Kundencenters 'Gottlieb', Sarah Wiener GmbH, angeboten... Auswahl der Weine (Bremer Weinfreunde) ... Getränke oder ein frisch gezapftes Hemelinger (Getränke Ahlers).."
Fehlte nur noch die ausgiebige Besprühung der Gäste mit Agent Orange (Monsanto) und Zyklon B (I.G. Farben).
High Society mein Arsch.
29.01.11 - Hallo, ihr Süßen. Ein Freund hat mich heute auf diesen Artikel aufmerksam gemacht. Und dann auch gleich diese Suchmaschine empfohlen. Dankeschön, guter Tip.
27.06.10 - Schon seit meiner Jugend war für mich eine der interessantesten historischen Episoden der spanische Bürgerkrieg. Zur Zeit lese ich den großartigen Augenzeugenbericht George Orwell's "Mein Katalonien", der selbst in den Milizen der POUM gegen Franco's Faschisten kämpfte. Jetzt bin ich gerade eben über eine Onlineausgabe des Buches gestolpert, die ich hier verlinken möchte.
Wer sich für alternative, antiauthoritäre Formen eines möglichen realen Sozialismus interessiert und geschichtliche Beispiele sucht, findet hier einen sehr spannenden, persönlichen Einblick in ein Modell, das tatsächlich existierte.
Und wer's noch nicht gesehen hat, weiter unten findet sich immer noch die Dokumentation "Die Utopie leben", in denen einige der damaligen Mitglieder der anarchosyndikalistischen CNT/FAI interviewt werden.
Gewerkschaften, die Produktionsstätten kollektivieren? Selbstorganisation in lokalen Kleinkommunen, ohne staatliche Authorität? Sollten wir hier auch mal versuchen. Find ich.
15.06.10 - Diejenigen von euch, die sich tatsächlich mal die Zeit genommen haben ein wenig durch mein verkorkstes Rumgeschreibsel hier zu blättern, sollten ja inzwischen meine subtile Neigung zu gewissen politischen Ansichten bemerkt haben. Und auch wenn ich hier vorwiegend recht undifferenziert meine Meinung runterblubber, ist es ja trotz allem immer wieder mal schön, wenn meine Ansichten durch sogenannte Experten mit unabhängigen Berichten, Statistiken, wasauchimmer untermauert werden. Wie zB kürzlich geschehen mit dem Gesundheitsbericht der TK (Ich weise hiermit ausdrücklich darauf hin, dass ich die Höhe der Summe, die ich für das Anfertigen dieses Berichts an die TK "gespendet" habe, nicht nennen werde).
Dank dieses Berichts kann man wohl recht zweifelsfrei davon ausgehen, dass die Zahl der psychisch Erkrankten zugenommen hat, bzw. die Betroffenen stärker von ihren Beschwerden belastet sind, als es vor 10 Jahren der Fall war. Von Seiten der TK wurde ebenfalls die Vermutung nahegelegt, dass diese Häufung in Zusammenhang stehe mit den Arbeitsmarkt- und Sozialreformen, die durch Schröder/Fscher abgesegnet wurden und unter deren Folgen immer mehr von uns leiden müssen, da unsere Regierung (die aktuelle und die vorherige) an deren Rücknahme offensichtlich nicht interessiert ist, vielmehr diesen Kurs erbarmungslos weiterfährt.
Geht man nun davon aus, diese Vermutung ist zutreffend, können wir uns schonmal darauf einstellen, dass diese Häufung psychischer Erkrankungen einen Trend darstellt, der auf unabsehbare Dauer anhalten wird:
Wie von diversen Zeitungen berichtet wird (zu sehen auf einem meta-Nachrichtenportal), beurteilen Wirtschaftsexperten die Sparvorhaben unserer aktuellen Regierung als verschärfend für die "Einkommensschere".
Tatsache - die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Das hätte ja niemand ahnen können.
30.05.10 - Passend zu meinem spontan runtergekritzelten Text vom März hat kürzlich die Techniker Krankenkasse einen Gesundheitsreport (Link) veröffentlich, der ganz wunderbar meine These unterstützt, dass die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre und das allgemeine gesellschaftliche Klima bei den Betroffenen zu bedenklichen psychischen Belastungen führen. Danke liebe TK, dass ihr mir so uneingeschränkt zustimmt.
08.04.10 - Molière? Molière! Krass.
26.03.10 - Neuer Text.
Hört man Politiker der Gegenwart über Soziales und Wirtschaft reden, gewinnt man schnell den Eindruck, man rede mit religiösen Fanatikern. Da wird von Sachzwängen gesprochen, die uns weismachen sollen, unser gesellschaftliches Zusammenleben ließe sich nur durch staatliche Repression und Konkurrenzdruck in der Wirtschaft regeln. Die Leistungsträger unserer Gesellschaft müssten entlastet werden. Abwanderungsgefahr kapitalsträchtiger Konzerne muss durch einen breiten Niedriglohnsektor abgebremst werden. Demographische Entwicklung zwingt zur Erhöhung des Rentenalters. Konkurrenzdruck der globalen Märkte macht Zentralisierung der Regierungsmacht Europas notwendig.
Die Folgen: Unanfechtbare Gesetzessammlungen entmündigen uns unserer Freiheit, unser Zusammenleben in die eigenen Hände zu nehmen und gemeinschaftlich zu verwalten. Bestechliche Politiker zermürben unser Sozialsystem, mit dem Ziel der Entziehung jeglicher Lebensgrundlage für Erwerbslose. Rhetorisch forcierter sozialer Druck und drohende Kürzungen der Lebensbeihilfen zwingen zur Versklavung bei Hungerlöhnen.
Muss man diese Sachzwänge als unumstößliche Wahrheit akzeptieren? Nein. Ätsch. Die Realität der Geschichte des letzten Jahrhunderts zeigt uns Alternativen. Diese Anarchisten sind schon ein Haufen Spielverderber, aber ehrlich.
19.03.10 - Linkliste aktualisiert. Sorry, Leute. Keine Linkaustausche mehr und son Humbug. Die meisten sind ja schon bald 10 Jahre her und wer von euch alten Knackern interessiert sich schon noch für den guten alten Dennis. ich widme meinen alten E-Freunden dieses traumhafte Abschiedslied. Und jetzt macht dass ihr weg kommt.
18.03.10 - Was soll ich sagen. Mir war es ja üblicherweise ein Bedürfnis alle paar Monate die Dinge, die mich beschäftigen, aufs (virtuelle) Papier zu bringen und auf meine Homepage zu kleistern. Nun haben sich im Laufe der letzten Monate so viele Dinge ereignet, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.
Ich habe mich ja ganz mächtig über die letzte Bundestagswahl gefreut </sarkasmus> und die Früchte, die diese Wahl nun trägt, sind von gar so prächt'ger Schönheit, dass wir uns doch alle verdammt glücklich schätzen dürfen, dieses Land unsere Heimat zu nennen. Zum Beispiel haben wir einen Außenminister, der sein Maul nicht halten kann wenn's um populistische Äußerungen zur Sozial- und Wirtschaftspolitik geht. Der übrigens für seinen Job nicht weniger (aber auch nicht mehr) qualifiziert ist als jeder Hanswurst der einem täglich auf der Straße entgegenkommt. Also einer von uns, könnte man sagen!
Dank Westerwelle und seiner Freiheitsstatuenpartei schreiben wir uns in Deutschland die unternehmerische Freiheit noch in großen Zügen auf unsere Flagge. Wegen geplanter Steuersenkugen wird sich Arbeit (die der Besserverdienenden) nämlich tatsächlich bald wieder mächtig lohnen. Was hat schon die Gisela von Schlecker XL von Steuersenkungen, da sie so billig bezahlt wird, dass ihr Bruttolohn praktisch keine Steuerabgaben beinhaltet, sie sogar gezwungen ist, wie Millionen andere, zur Arbeitmachtfreiagentur zu laufen um "aufzustocken". Gisela vom Schlecker XL ist nämlich keine Leistungsträgerin. Die gute Frau schafft ja nicht mal Arbeitsplätze. Soll froh sein dass Sie überhaupt Geld bekommt.
Auch den aufkommenden Trend zum Sozialismus in Form der staatlich verordneten Lohnfestsetzung (Mindestlohn) konnten wir dank der Freiheitsstatuen erfolgreich abwehren. Nächstes Ziel: Europa. Wir sind nämlich von Sozialisten umzingelt, die alle einen Mindestlohn haben, die lachend ihre Leistungsträger ausbeuten und verhöhnen. Wen wundert da schon die Abwanderungswelle in Richtung Osteuropa, Asien, oder gar Südamerika, wo der unternehmerische Gedanke noch ernst genommen wird. Millionen über Millionen von Leistungsträgern packen ihre Sachen für den großen Exodus. Hätten wir den Westerwelle nicht, würden wir wahrscheinlich schon alleine dastehen, im Stich gelassen von unseren geliebten Leistungsträgern, die, trotz nicht endender Bereitschaft zum Leistungstragen, ja förmlich dazu gezwungen würden ihre Leistung woanders hin zu tragen, wenn wir hier den lohnsozialistischen Festsetzungssozialismus des Mindestsozialismuslohns einführen würden. Oder so.
Ach Leute.
Aber es ist ja wiederum auch schön zu sehen, dass es noch Leute gibt, die sich wehren. Zum Beispiel wurde neulich die FDP-Parteizentrale meiner Heimatstadt von der Linken besetzt. Da war was los. Und dann gibt's da noch das Mayday-Bündnis, das lustige Flashmobs vor den neuen Schlecker XL-Filialen organisiert. Beim letzten mal hatten die übrigens Stromausfall. Ganz plötzlich. Eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Gott sei dank ging der Strom dann aber auch wieder an. Eine Stunde nach Ende der Veranstaltung.
Aber was sabbel ich hier rum. Wir sind ja alle immer ganz bemüht das Klischee des ewig stänkernden Deutschen, der sich am Ende trotzdem jeden Scheiß gefallen lässt, zu bestätigen. Was können wir nicht schimpfen und meckern und uns aufregen.
Aber nicht ganz. ich für meinen Teil bin tatsächlich politisch aktiv. Mehr oder weniger. Und Du? Wann warst Du das letzte mal auf ner Demo? Öffentliche Veranstaltungen? Oder gar Parteimitgliedschaft? Alter, wird Zeit mal wieder den Arsch hochzukriegen. Meinst nicht?
Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem ohne ethische Grundprinzipien. Primärziel ist der Profit. Ethisch verwerfliche Praktiken in Produktionswegen werden für den Konsumenten häufig verschleiert, da der Konsument durch Boykott die Institutionen dazu zwingen kann, für ihre Produktionswege uneffiziente, ethisch vertretbare Grundprinzipien einzuhalten. Wir als Konsumenten müssen dafür sorgen dass unser System sozial, gerecht und menschlich bleibt. Überlassen wir den Institutionen freie Hand, steht vor allen ethischen und moralischen Erwägungen immer die profitable Effizienz. Das bedeutet: Massenarbeitslosigkeit, der Verlust sozialer Freiheiten, Massenarmut, Massenhungersnöte, Krieg, Folter, Mord. Alles wird, wenn auch stillschweigend, in Kauf genommen um der wirtschaftlichen Effizienz nicht im Wege zu stehen. Die Verantwortung, diese Praktiken abzulehnen liegt bei uns und wird auf unseren Einkaufszetteln und unseren Stimmzetteln fällig. Pssst, weitersagen.
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